Gaia-Percussion  

Reisen

8., 9.7.2024
Nach einem herrlichen Rudolstadt-Wochenende beginnt unser Sommerurlaub in der goldenen Stadt Prag, die wir so sehr lieben. Ich wünsche mir eine Wassertreterrunde auf der Moldau. Das Wasser kühlt und wir haben mal wieder fantastische Eindrücke aus ungewohntem Blickwinkel.
10.7.2024
Erstes Ziel in Ungarn ist Esztergom. Wir wollen uns die enorme Basilika noch einmal genauer ansehen und sind etwas enttäuscht wegen der Baufälligkeit. Die Sanierungsarbeiten haben aber begonnen. Hoffentlich wird sie bald wieder so richtig schön. Im Steakrestaurant, von dem wir beim letzten Besuch so begeistert waren, bekommen wir nur mittelmäßiges Essen zu hohen Preisen - trotzdem fühlen wir uns wohl hier.
11.7.2024
Per Googlemaps haben wir einen Campingplatz in Budapest gefunden. Den fahren wir heute an. Für 45€ Stellplatzgebühr hätten wir auch fast ein Zimmer gekriegt. Macht nichts, wir wollen ja im Auto schlafen. Einige der tollen alten Gebäude, die in den letzten Jahren eingerüstet waren, sind fertig saniert und erstrahlen in perfektem neuen Glanz. Besonders begeistert sind wir von der Staatsoper, in der wir uns sogar das großartige Vestibül ansehen können.
Nachdem wir im März in einem Pub das leckere ANTL-Bier gefunden hatten, hab ich über die Webseite der Brauerei noch andere Ausschankorte gefunden. So bummeln wir durch unsere zweitliebste Stadt und wissen genau, wo wir auf ein gutes Schlückchen einkehren können.
Auf dem Campingplatz kommen wir mit unseren deutschen Nachbarn ins Gespräch, die interessanterweise viele unserer verrückten Meinungen teilen. So schaffen wir es erst früh halb 3 zum Schlafen zu kommen.
12.7.2024
Heute ist Kilometerschrubben angesagt. Wir fahren nach Rumänien und finden bei 41°C einen schönen Campingplatz direkt am See. Mein lieber Mann lässt sich mir zuliebe auf die nächste Wassertreterrunde ein. So genießen wir die Strahlen der untergehenden Sonne beim Strampeln über den See. Andreas springt sogar ins Wasser und empfindet das so gar nicht als angenehm. Der Grund dafür mögen die Abwasser des benachbarten Betonwerkes sein, die (wie wir beim Anlegen erschreckt feststellen) genau neben dem Badestrand über ein großes Rohr ins Wasser geleitet werden.
13.7.2024
Auch heute heißt es wieder Kilometerschrubben in Richtung Südosten. Da es in Pitesti keine Campingplätze gibt, buchen wir unterwegs (haben uns einen europaweiten Internetzugang geleistet) ein Zimmer im Hotel Duet. Auf fast 100 km geht es langsam voran, weil wir durch atemberaubende Landschaft kurven. Die Straße ist so schmal, dass wir es nicht riskieren wollen, zum Fotografieren anzuhalten. Die Rumänen sind da völlig schmerzfrei.
Es gibt kaum Sehenswertes in der Stadt Pitesti. Für das Abendessen finden wir Kell's Craft Pub. Er ist so gut besucht, dass wir nur mit Mühe einen kleinen Zweiertisch ergattern. Das Ambiente ist eher ungemütlich und auch der Name ist nicht wirklich Programm. Aber eine leckere Biersorte im Angebot reicht für uns ja auch. Ich bin mit Ribeye-Steak und Kartoffelbrei sehr zufrieden. Andreas mag seinen Burger eher nicht, weil die Zubereitungsart des Hacks nicht so seinen Geschmack trifft. Mit fast 60€ zahlen wir sogar mehr als in unserm liebsten polnischen Wagyu-Restaurant. Beim Hinausgehen nutzen wir den Hinterausgang und stellen belustigt fest, dass wir hier beim letzten Mal schon mit dem Auto heran gefahren sind und das Lokal abgewählt hatten. 
14., 15.7.2024
An Bukarest geht es diesmal vorbei direkt zum Schwarzen Meer. In Varna Veche fahren wir zielgerichtet den Marina-Park an, einen Campingplatz, der uns gut gefällt und auch wirklich strandnah ist. Nun haben wir 2 Tage Zeit für Strandspaziergänge und gemütliche Abende am Meer.
16.7.2024
Weil wir ihn bisher umfahren haben, möchte ich diesmal unbedingt zum bulgarischen Goldstrand. Wir buchen also ein Hotel, das mit 200m Fußweg zum Strand wirbt. Nun ja, das klappt nicht - wir kommen über eine steile Treppe nur zu einer steinigen Bucht. Also müssen wir wieder hinauf und wandern dann noch 2 km, um zum eigentlichen Goldstrand zu kommen, denn auf dem Weg sind die Zugänge den Hotels und ihren Gästen vorbehalten. Endlich am ersten öffentlichen Zugang angekommen schrecken wir erst einmal zurück. Der Strandstreifen ist sehr schmal und vollständig mit Sonnenschirmen bedeckt. Wir bleiben also zunächst auf der Partymeile und spazieren erst auf dem Rückweg durchs Wasser. Die Bulgaren geben sich alle Mühe, Ballermannfeeling aufkommen zu lassen.
17.7.2024
Andreas dreht eine morgendliche Runde um Hotelpool, dann fahren wir mit dem Bus nach Warna hinein. Zwei nette Angestellte helfen den Reisenden den gewöhnungsbedürftigen Fahrkartenautomaten zu bedienen. Als erstes locken uns die Seeterrassen - natürlich relativ teuer und touristisch, aber es gibt erst einmal ein gutes tschechisches Bier, Pannacotta und Fischsuppe, bevor wir uns weiter auf den Weg machen.
Am benachbarten Strand ziehen wir - wie wir es von der guten alten Ostsee gewohnt sind - am Zugang die Schuhe aus. Das führt dazu, dass wir trotz extremsten Schattenspringens tatsächlich verbrannte Fußsohlen haben, bevor wir endlich am Wasser landen. Das Salzwasser hilft, aber wir nutzen dann doch noch unser Propolis, um die Wunden zu heilen.
Beim Spaziergang durch Varna finden wir zwei der Berjoska-Russenläden, die das leckere russische Wolf-IPA verkaufen. Das schmeckt und besser als das der hiesigen Brauerei, bei der wir ein Amber probiert haben.
So gut gestärkt besuchen wir die Ruinen der römischen Thermalbäder. Besonders bemerkenswert ist, dass sich ein Großteil der Anlage unter dem aktuellen Erdniveau befindet. Eine gute Idee sind die Bilder, auf denen Vermutungen zu sehen sind, wie das Bad früher ausgesehen haben könnte.
18.7.2024
Den eigentlich geplanten Abstecher nach Burgas verschieben wir auf's nächste Jahr und machen uns wieder auf den Weg zurück nach Rumänien, dessen Süden ja vorrangig herrliche Landschaft zu bieten hat. Da wir beide nicht wanderlustig sind, genießen wir als Autouristen. Schade ist nur, dass ich dabei keine guten Fotos schießen kann.
Wir finden einen hübschen Campingplatz - das allerdings nur über die Google-Suche. Es gibt keinerlei Ausschilderung. Dennoch ist er ganz gut besucht.
19.7.2024
Wir wollen nach Sibiu. Dort locken einige Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht besucht haben. Leider ist die Straße gesperrt und wir würden einen riesigen Umweg in Kauf nehmen müssen. Das tun wir nicht, wir kommen ja wieder.
Es geht also die gleiche Strecke zurück, die wir gekommen sind. Der Blick auf die Landschaft ist in dieser Richtung noch viel schöner. Also muss ich Handy doch manchmal zum Fotografieren aus dem Fenster und dabei natürlich gut festhalten.
An der Burg Hunedoara herrscht reger Touristenbetrieb. Da wir sie schon kennen, verzichten wir auf die Besichtigung. Schon der äußere Anblick ist den Besuch auf jeden Fall wert.
Wir suchen uns einen Campingplatz in den Bergen, wo es ein bisschen kühler ist. Das holländische Betreiberpaar spricht gut Englisch und sogar ein bisschen Deutsch. Wir verbringen einen netten Abend zusammen und Andreas lässt sich sogar überreden, vom guten Palinka zu kosten.
20.7.2024
Im Reisetagebuch habe ich nachgelesen, dass uns die Stadt Oradea bei der ersten Rumänien-Tour 2019 gar nicht gefallen hat. Unsere Campingnachbarn schwärmen aber von dieser schönen Stadt. Also geben wir dem Ganzen noch eine Chance und fahren wieder zu Adams Robinson Campingplatz. Weil das Schlafen im Auto für 40€ ganz schön teuer ist, mieten wir uns vor Ort per booking.com einen Bungalow und bezahlen dafür 47€. Auf der kleinen Terrasse dürfen wir unseren Grasgrill anwerfen.
So kann es gut gestärkt los gehen.
Wir sind begeistert!!!! Oradea ist eine traumhaft schöne Stadt. Nachdem wir die Altstadt bewundert haben, bekommen wir auf dem Boulevard gerade noch einen Platz im ungarischen Csiki-Sör-Restaurant. Hier gefällt es uns bei gutem Bier, recht leckerem Essen und richtig gutem Feeling. 
Der abendliche Blick auf die beleuchteten Gebäude ist dann das absolute Highlight.
21.7.2024
Die Aussicht auf unser Lieblingsland Polen lockt. In Ungarn machen wir also nur einen kurzen Einkaufsstopp, durch die Slowakei fahren wir ohne Halt und kommen zum frühen Abend am Stausee in Solina an. Wir stürzen uns gleich auf die Halligallimeile und fühlen uns mal wieder so richtig wohl.
 
22.7.2024
Als erstes wünsche ich mir den Besuch des Sanoker Königsschlosses. Es ist heute nur von 10.00 bis 12.00 Uhr geöffnet und wir brauchen 1 1/2 Stunden von unserem Zeltplätze dorthin. Groß ist die Chance also nicht. Als wir 11.45 Uhr ankommen, werden wir mit der Erklärung empfangen: Der Eintritt ist jetzt kostenlos und wir sollen uns beeilen, weil wir nur noch 15 Minuten Zeit haben (das auf polnisch und ich habe alles verstanden). Ich freue mich so sehr - lieber ein schneller Museumsbesuch als gar keiner. Nur die unteren Ebenen sind mit geschichtlichen Dingen bestückt. In den oberen Etagen ist eine Gemäldegalerie eines zeitgenössischen polnischen Künstlers untergebracht. Diese Bilder können wir uns natürlich nicht anschauen.
Wir waren vor einigen Jahren schon einmal hier und standen vor einer Baustelle. Es ist toll, wie schön inzwischen alles restauriert ist.
Der Bummel durch die Stadt gefällt uns - es ist so ein richtig typisches polnisches Städtchen. Bemerkenswert ist, dass auch hier der Swejk seinen Ehrenplatz hat. Darüber hatten wir uns ja schon in Zielona Gora gewundert. Auf dem Markt sind zwei alte gut erhaltene Autosan-Busse ausgestellt. 
Als zweites wünsche ich mir eine Besichtigung des Schlosses in Lancut. Auch das war bei unserem letzten Besuch eine Baustelle und wir haben uns damals vorgenommen, unbedingt wieder zu kommen. Geöffnet ist bis 14.30 Uhr. Wir sind 14.10 Uhr an der Kasse. Die ist schon geschlossen und eine Mitarbeiterin erklärt uns, dass heute kostenloser Museumstag ist, sie aber leider keine Tickets mehr habe. Traurig gehen wir zum Schloss hinüber und sehen, dass am Einlass gerade Tickets gescannt werden.
Wir stellen uns einfach hinten an und ich sage: Nie mamy biletów (wir haben keine Tickets) - UND wir werden einfach durchgewunken! Ich bin begeistert. Schon in den ersten Räumen kann ich mich kaum einkriegen, weil es so prachtvoll ist. Wirklich geschmackvolle Einrichtungen stehen in Zimmern mit großartigen Decken-, Wand- und Bodengestaltungen. Selbst die Flure sind fantastisch. So vollkommen beglückt drehen wir dann noch eine Runde durch die ebenfalls wunderschönen Gartenanlagen.
Für die Übernachtung haben wir uns einen Campingplatz in Zamosc ausgesucht. Beim Bummeln durch die Stadt sehen wir, dass wir auch hier die Festungsanlagen und den Markt schon einmal besucht haben. Bei einem Bierchen am Rathaus lese ich in unserem Reisetagebuch nach. Wir waren 2016 hier und mochten damals besonders die alt belassenen Häuser. Inzwischen haben noch mehr einen knallfarbigen Anstrich erhalten. Aber ansonsten hat sich nicht viel verändert.
23.7.2024
Schon gestern fielen uns rechts und links der Straße große Tabakfelder auf. Heute geht es weiter und per Google erfahren wir, dass PMI (Philip Morris International) den Ausbau seiner polnischen Fabrik plant und diese bereits jetzt zu den weltweit größten Konzernen zählt.
Der zentrumnaheste Campingplatz in Krakow ist voll besetzt. Also überlegen wir: ein Zimmer in der Innenstadt oder das weiter entfernte Camping. Da keines der angebotenen Zimmer eine Klimaanlage hat, entscheiden wir uns für letzteres.
Natürlich fahren wir mit Bus und Bahn noch in die Stadt hinein. Die Zeit reicht aber nur für ein Lieblingsbier im VIVA la Pinta, dann müssen wir schon wieder umkehren.
24.7.2024
Es regnet in Strömen. Darauf haben wir so gar keine Lust, bleiben deshalb im Auto bis sich das Wetter beruhigt hat. Dann bummeln wir zunächst durchs jüdische Viertel, kosten uns natürlich unterwegs durch die Bierangebote
und fahren dann auf Wunsch einer einzelnen Dame zum Illusionsmuseum. Davon haben wir in letzter Zeit mehrere gesehen. Es doppelt sich viel. Dennoch hab ich einen Riesenspaß und mein lieber Ehemann hat genug Geduld, um mir diesen zu lassen.
Die Markthallen sind heute geöffnet und touristisch so überlaufen, dass wir uns schnell hindurch drängen. Bei der letzten Einkehr im VIVA la Pinta fängt es wieder an zu regnen. Da der Radar mit heftigen Wolkenbrüchen droht, machen wir uns auf dem schnellsten Weg zurück zum Zeltplatz.
25.7.2024
Auf unserem Weg liegt heute die Burg Tenczyn. Als wir das letzte Mal hier waren, war sie geschlossen und wir konnten sie nur umrunden. Diesmal ist das Tor geöffnet. Es lohnte sich auf jeden Fall noch einmal herzukommen. Es ist ein wirklich fantastisches Bauwerk mit tollem Blick auf die Umgebung.
Dann geht es auf Ahnensuche. Andreas' Großeltern stammen aus der Gegend. Wir sind mittels der Geburts- und Eheurkunden über die Namen der Ortschaften informiert. Es gibt einige alte Friedhöfe, die wir abklappern und finden Grabstellen mit Großmutters Geburtsnamen. Drei davon sind im 1. Weltkrieg gefallen. Beim letzten Halt werden wir auf unsere Suche angesprochen und bekommen noch einen guten Hinweis auf einen alten Friedhof mit deutschen Gräbern. Dafür ist es jetzt leider zu spät. Wir werden also noch einmal wieder kommen.
Unser Hauptziel ist Breslau. Der Campingplatz ist rappelvoll, hat aber dennoch Platz für uns. Als eingespieltes Team haben wir unser Auto innerhalb von 10 Minuten schlaffertig gemacht und das Vorzelt aufgebaut. Dann reicht die Zeit gerade noch für einen kleinen Abendbummel durch die Stadt. Ich freu mich auf ein Steak, Andreas auf einen Burger in der Steakownia.
26.7.2024
Irgendwie sind wir ein bisschen malad und lassen den Tag sehr ruhig angehen. Erst gegen Mittag machen wir uns auf den Weg in die Stadt. In der Markthallen gibt es bei der Rösterei erst einmal guten Kaffee für uns.
Dann mieten wir ein Tretboot für eine Runde auf der Oder. Wir müssen flussaufwärts strampeln und kommen kaum vorwärts. Das macht keinen Spaß. Auf dem kleinen Stück, das wir schaffen, sehen wir auch nichts Bemerkenswertes am Ufer. Das machen wir also nicht nochmal.
Auf Museum haben wir jetzt keine Lust mehr, das heben wir uns für morgen auf. Wir bummeln lieber durch die Stadt. Das ist doch immer wieder schön.
27.7.2024
Wir lassen den Regenguss an uns vorüber gehen, bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen. Nach einem kurzen Zentrumbummel fahren wir zum Hydropolis. Es ist, wie der Name vermuten lässt, eine nette Ausstellung zum Thema Wasser mit interaktiven Angeboten, letztendlich aber doch teurer Schnulli.
In der gemütlichen Kneipe am Arsenal trinken wir das gute tschechische Lucky Bastard. Wie jedes Mal freut sich der Kneiper uns zu sehen und setzt sich immer mal auf ein Schwätzchen zu uns.
Mit Rowing Jack und Pinta Atak Chmielu beschließen wir genussvoll unseren Breslaubesuch.
28.7.-30.7.2024
Der See in Slawa ist das letzte Ziel unserer Reise - einfach nur Seele baumeln lassen und genießen, bevor der Alltag wieder beginnt.

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